1. Petrus Kapitel 3 Teil II

1. Petrus 3.5-6

Denn also haben sich auch vorzeiten die heiligen Weiber geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und ihren Männern untertan waren, wie die Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr; deren Töchter ihr geworden seid, so ihr wohl tut und euch durch keine Furcht abschrecken lasset. 
 

Den Frauen wird das Beispiel der heiligen Weiber vorgehalten, welche mehr nach einem Schmuck des Geistes strebten, als dass sie sich den Lockmitteln äußerer Körperpflege ergeben hätten. Vor allem wird Sara genannt, welche als Mutter aller Gläubigen es besonders verdient, in ihrem Geschlecht Ehre und Nachfolge zu empfangen. Dabei wendet sich die Rede des Apostels noch einmal zum Gehorsam und bekräftigt denselben durch Saras Beispiel. Sie nannte, wie wir bei Mose lesen (1. Mose 18.12), ihren Gatten „Herr“. Gewiss legt Gott keinen Wert auf solche Titel, und zuweilen kann sich das frechste und unbotmäßigste Weib solcher Redeweise bedienen. Aber Petrus will zu verstehen geben, dass Sara so zu reden pflegte, weil sie es als ihr von Gott auferlegtes Gesetz erkannte, dem Manne sich unterzuordnen. Petrus fügt hinzu: Deren Töchter ihr geworden seid. Er will damit sagen, dass Frauen, welche Saras rechtschaffenes Verhalten sich zum Vorbild dienen lassen, einen Platz unter den Gläubigen gewinnen werden.

Und euch durch keine Furcht abschrecken lasset. – Die Schwäche ihres Geschlechtes macht es, dass die Frauen misstrauisch und furchtsam sind, und infolge dessen sich oft launisch gebärden: Sie fürchten, von ihren Männern noch wegwerfender behandelt zu werden, wenn sie sich ihnen unterordnen. Daran scheint Petrus zu denken, wenn er sagt, dass sie durch keine Furcht sich sollen irre machen lassen. Seine Meinung ist etwa: Unterwerft euch nur willig der Herrschaft der Männer und lasset euch nicht vom Gehorsam durch die Furcht abhalten, als kämet ihr in eine schlechtere Lage, wenn ihr Geduld beweist. Andere Ausleger meinen, Petrus wolle hier im Allgemeinen das furchtsame Wesen der Weiber bessern, welches dem Glauben entgegengesetzt ist; seine Mahnung ziele darauf, dass sie überhaupt mit tapferem und unerschrockenem Geist sich ihrem Beruf unterstellen sollen. Mir gefällt jedoch die erste Auslegung besser, die immerhin von der andern nicht allzu weit absteht.

 

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