1. Petrus Kapitel 3 Teil VII

    1. Petrus 3.17-18

    Denn es ist besser, so es Gottes Wille ist, dass ihr von Wohltat wegen leidet denn von Übeltat wegen. Sintemal auch Christus einmal für unsre Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er uns zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. 

    Denn es ist besser, so es Gottes Wille ist, dass ihr von Wohltat wegen leidet denn von Übeltat wegen. – Dies bezieht sich nicht bloß auf den letzten Satz, sondern auf den ganzen Zusammenhang. Der Apostel hatte von dem Bekenntnis des Glaubens gesprochen, welches zu jener Zeit eine gefährliche Sache war. Jetzt fügt er hinzu, dass, wenn die Christen um ihrer Verteidigung einer guten Sache willen von Nachteilen betroffen würden, es viel besser sei, in dieser Weise ungerecht zu leiden, als wenn sie wegen Schandtaten geschlagen werden müssten. Dieser Trost lässt sich besser durch innerliches Nachdenken als durch weitschweifiges Reden ergreifen. Vielfach liest man freilich auch bei weltlichen Schriftstellern, dass ein gutes Gewissen gegenüber jeglichem Übel ein hinreichender Schutz sei, und dass man dulden müsse. Das ist eine tapfere Rede; aber wahrhaft tapfer wird das Herz doch erst, wenn es auf Gott schaut. Darum fügt Petrus die Einschränkung hinzu: So es Gottes Wille ist. Diese Worte erinnern daran, dass es nicht von ungefähr geschieht, wenn wir in irgendeinem Stück ungerecht leiden müssen, sondern durch Gottes bestimmte Verfügung. Dass aber Gottes Wille und Verfügung immer auf das Beste gegründet ist, wird als zugestanden vorausgesetzt. Darum haben die Gläubigen in ihrem Elend immer den Trost, dass Gott ihr Zeuge ist; sie dürfen sich sagen, dass Er sie auf den Kampfplatz führt, damit sie unter Seinen Augen eine Probe ihres Glaubens ablegen.

    Sintemal auch Christus einmal für unsre Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf dass er uns zu Gott führte. – Ein weiterer Trostgrund: Haben wir in unseren Anfechtungen ein gutes Gewissen, so leiden wir nach Christi Vorbild; daraus folgt, dass wir glücklich sind. Zugleich aber beweist der Apostel aus dem Zweck des Sterbens Christi, wie unpassend es sein würde, dass wir wegen böser Taten geschlagen werden müssten. Denn Christus hat gelitten, auf dass Er uns zu Gott führte. Was anders will das sagen, als dass wir durch Christi Sterben Gott dem Herrn geweiht wurden, um Ihm zu leben und zu sterben? Der Satz hat also zwei Glieder. Das erste ist, dass wir Verfolgungen mit Gleichmut tragen müssen, weil der Sohn Gottes uns den Weg zeigt. Das andere besagt: Weil wir durch Christi Tod zum Gehorsam gegen Gott verpflichtet wurden, ziemt es sich, dass wir nicht wegen unserer Sünden, sondern um Gerechtigkeit willen leiden. Doch lässt sich hier die Frage aufwerfen, ob denn Gott den Gläubigen nicht eben eine Züchtigung auferlegt, wenn Er es zulässt, dass Schläge von irgendeiner Seite sie treffen. Gewiss, so möchte ich antworten, legt Gott ihnen oft Strafen auf, die sie verdient haben. Das will auch Petrus nicht leugnen; aber er erinnert, wie trostreich es ist, zu wissen, dass ihre Sache Gottes Sache ist. Wieso man aber sagen könne, dass Gott in denen, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, nicht Sünden strafe, und in welchem Sinne sie unschuldig heißen dürfen, werden wir im nächsten Kapitel sehen.

    Und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. – Schon dies war etwas Großes, dass wir dem Sohn Gottes gleichen, wenn wir ohne Ursache leiden. Doch kommt als weiterer Trostgrund noch hinzu, dass der Ausgang des Todes Christi ein glücklicher war; denn, wenn Er auch gelitten hat wegen der Schwachheit des Fleisches, so wurde Er doch lebendig gemacht durch den Geist, das heißt: Er ist in Kraft des Geistes auferstanden. Weder Kreuz noch Tod konnten Ihm die Siegespalme entreißen. Das ist aber darum gesagt, damit wir nach einem Wort des Paulus (2. Korinther 4.10) wissen sollen, dass wir an unserm Leibe das Sterben Christi umtragen, damit auch Sein Leben an uns offenbar werde. „Fleisch“ dient hier zu Bezeichnung des äußeren Menschen, „Geist“ zur Beschreibung der göttlichen Kraft, durch welche Christus siegreich aus dem Tode hervorging.

     

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