Jakobus Kapitel 5 Teil VII

    Jakobus 5.19-20

    Liebe Brüder, so jemand unter euch irren würde von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn, der soll wissen, dass wer den Sünder bekehrt hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen, und wird bedecken die Menge der Sünden.

    Der soll wissen, dass wer den Sünder bekehrt hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen. – Vielleicht ist hier eigentlich zu lesen: „So wisset“. Der Sinn kommt auf dasselbe hinaus. Von der erreichten Wirkung aus empfiehlt uns Jakobus die Seelsorge an den Brüdern, damit wir dadurch umso eifriger darin seien. Nichts Herrlicheres und Wünschenswerteres gibt es ja als die Errettung einer Seele aus dem ewigen Tode – das aber leistet, wer einen irrenden Bruder auf den rechten Weg zurückleitet. Eine so herrliche Arbeit darf also nicht im Mindesten vernachlässigt werden. Wir wissen, wie hoch Christus es wertet, dass dem Hungrigen Speise, dem Dürstenden der Trank gereicht wird; aber das Heil der Seele ist Ihm viel kostbarer als das leibliche Leben. Hüten wir uns also, dass die von Christus erlösten Seelen nicht durch unsere Feigheit verloren gehen! Hat doch Gott ihr Heil sozusagen in unsere Hand gelegt. Nicht dass wir selber das Heil herschafften, aber Gott braucht unseren Dienst, um zu befreien und zu bewahren, was sonst dem Verderben nahe schien.

    Und wird bedecken die Menge der Sünden. – Das ist mehr eine Anspielung auf eine Stelle der Sprüche Salomos (10.12) als eine Anführung. Salomo sagt: Liebe bedecke die Sünden, während Hass sie hervorzieht. Die einander hassen, brennen vor Begier, einander schlecht zu machen; die aber lieben, vergeben einander gern vieles; so begräbt die Liebe die Sünden bei den Menschen. Jakobus lehrt noch Höheres, nämlich, dass die Sünden von Gott abgetan werden. Als wenn er sagen wollte: Salomo preist diese Frucht der Liebe, dass sie die Sünden zudeckt, aber es gibt doch keine bessere und heilvollere Weise, zuzudecken, als wenn sie vor Gott ganz abgeschafft werden. Das geschieht aber, wenn der Sünder durch unsere Mahnung auf den rechten Weg zurückgebracht wird. So muss dies Ziel vornehmlich und eifrigst verfolgt werden.