Jakobus Kapitel 1 Teil V

Jakobus 1.16-18

Irret nicht, liebe Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeugt nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf dass wir gewissermaßen Erstlinge seiner Kreaturen wären. 

Irret nicht, liebe Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. – Der Beweis ist indirekt. Wenn Gott der Urheber alles Guten ist, so wäre es sinnlos, ihn als Urheber des Bösen anzusehen. Wohltun ist die Art und Natur dessen, von dem alles Gute uns zukommt; also liegt es nicht in Seiner Natur, irgendetwas Böses zu tun. Hin und wieder kommt es ja freilich vor, dass einer bei ausgezeichneter Führung im ganzen Leben doch zugleich an irgendeinem Punkte strauchelt. Deshalb begegnet Jakobus einem auf diese Erfahrung begründeten Zweifel mit dem Hinweis, dass Gott nicht wandelbar sei wie die Menschen. In allen Dingen und immer ist er sich selbst gleich. Aus dieser Beständigkeit folgt, dass die Tendenz, wohlzutun, in ihm ständig ist. Das ist eine ganz andere Erwägung als die Platos, welcher behauptet, dass Gott, der ja gut ist, den Menschen kein Unglück auflegen könne. Denn da es gerecht sei, dass Gott die Untaten der Menschen straft, dürften auf seinem Standpunkt die Strafen, die er gerechterweise verhängt, nicht als Übel gelten. Das ist eine ungereimte Rede. Jakobus dagegen lässt Gott Recht und Pflicht zu strafen in vollem Umfang und wendet nur jede Schuld von Ihm ab. Das lehrt uns sein Wort, dass wir von den unzähligen, täglich aus Seiner Hand empfangenen Wohltaten Gottes so angetan sein sollten, dass all unser Denken die Richtung auf Seine Ehre nähme, jeder Gedanke aber, der Seinem Lobe abhold ist, sei es ein eigener, sei es ein fremder, dem innersten Abscheu begegnete. 

Vater des Lichts wird Gott genannt als Urheber aller Herrlichkeit und Harmonie. Und wenn hinzugefügt wird, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis, so bleibt die Rede im Bilde mit der Mahnung, nicht Gottes Herrlichkeit mit dem Maße des irdischen Sonnenlichts zu messen.

Er hat uns gezeugt nach seinem Willen. – Das eigenste Werk dieser besprochenen göttlichen Güte stellt Jakobus nun ins Licht: Sie hat uns wiedergeboren zum ewigen Leben! Diese unschätzbare Wohltat fühlt jeder Gläubige in sich; so kann die allen aus Erfahrung bekannte Güte Gottes jede entgegenstehende Meinung über Gott besiegen. Wenn es aber heißt, Gott habe uns gezeugt nach Seinem freien Willen, so soll das sagen, Er sei durch keine außer Ihm bestehende Ursache bewogen, wie auch sonst oft Gottes Rat und Willen dem menschlichen Verdienst gegenübergestellt werden. Wäre es etwas Besonderes, wenn Jakobus etwa ausdrücklich jeden zu dem Zweck auf Gott ausgeübten Zwang verneinte? Er geht noch darüber hinaus mit dieser Aussage, Gott habe uns nach Seinem Wohlgefallen gezeugt, sei selbst sich zur Ursache geworden. Es folgt daraus, dass Wohltun Gottes eigenste Art ist. Im Übrigen wird es hier klar, dass der geschenkweisen Erwählung vor Grundlegung der Welt unsere, nur der Gnade Gottes entspringende Erleuchtung zur Erkenntnis der Wahrheit entspricht, der Wahl die Berufung. Die Schrift lehrt (Epheser 1.4 f.), dass Gott uns aus Gnaden zu Kindern angenommen habe, ehe wir geboren wurden; aber Jakobus sagt hier noch etwas mehr: Wir treten in das Recht der Kindschaft ein, weil Gott uns auch aus Gnaden beruft. Zudem lernen wir hier, dass es Gottes eigenste Aufgabe ist, uns geistliche zu zeugen. Dass dasselbe auch den Dienern am Evangeliums zugeschrieben wird, ändert daran nichts, weil Gott ja durch sie wirkt; und wenn es auch durch sie geschieht, ist es doch Sein Werk. Der Begriff der „Zeugung“ wird angewandt, um zu betonen, dass wir neue Menschen werden, so dass wir die alte Natur ablegen, wenn die Berufung Gottes an uns wirksam wird. Es wird auch auf das Mittel hingewiesen, durch das Gott uns neu zeugt, das Wort der Wahrheit. Wir sollen wissen, dass man durch keine andere Tür in das Reich Gottes eingehen kann.

Dass wir gewissermaßen Erstlinge seiner Kreaturen wären. – Dass wir „gewissermaßen“ Erstlinge sind, deutet auf die Bildlichkeit dieses Ausdrucks. Der Begriff der Erstlinge darf aber nicht etwa auf einzelne wenige unter den Gläubigen beschränkt werden, er bezieht sich gemeinsam auf alle. Wie der Mensch unter allen Geschöpfen hervorragt, so wählt Gott Seine Gläubigen aus dem Haufen der anderen und sondert sie sich ab zum heiligen Opfer. Ein hoher Adelsstand ist es, in den Gott Seine Kinder erhebt. Mit allem Recht heißt es deshalb, sie würden wie Erstlinge herausgenommen: wird doch in ihnen das Ebenbild Gottes hergestellt.

 

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