DER DRITTE TEIL
Vom Gebet
FRAGE 116
Warum ist den Christen das Gebet nötig?
Weil es der wichtigste Teil der Dankbarkeit ist, die Gott von uns fordert (Psalm 50.14-15), und weil Gott Seine Gnade und Heiligen Geist nur denen geben will, die Ihn mit herzlichem Seufzen ohne Unterlass darum bitten und Ihm dafür danken (Matthäus 7.7-8 & 13.12; Lukas 11.9-13).
Psalm 50.14-15
»... Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.«
Matthäus 7.7-8
Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Matthäus 13.12
Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
Lukas 11.9-13
Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!
FRAGE 117
Was gehört zu einem solchen Gebet, das Gott gefällt und von Ihm erhört wird?
Erstens, dass wir allein den wahren Gott, der sich uns in Seinem Wort offenbart hat (Johannes 4.22-24), um alles, das Er uns zu bitten befohlen hat (Römer 8.26; 1. Johannes 5.14), von Herzen anrufen (Johannes 4.23-24). Zweitens, dass wir unsere Not und Elend recht gründlich erkennen (2. Chronik 20.12), um uns vor dem Angesicht Seiner Majestät zu demütigen (Psalm 2.11 & 34.19; Jesaja 66.2). Drittens, dass wir diesen festen Grund haben (Römer 10.14; Jakobus 1.6), dass Er unser Gebet, unangesehen, dass wir's unwürdig sind, doch um des Herrn Christi willen gewiss erhören will (Johannes 14.13-14; Daniel 9.17-18), wie Er uns in Seinem Wort verheißen hat (Matthäus 7.8; Psalm 143.1).
2. Chronik 20.12
Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist keine Kraft gegen dies große Heer, das gegen uns kommt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.
Psalm 2.11
Dienet dem HERRN mit Furcht und küsst seine Füße mit Zittern, ...
Psalm 34.19
Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Psalm 143.1
EIN PSALM DAVIDS. HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Treue willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, ...
Jesaja 66.2
Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort.
Daniel 9.17-18
Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen. Laß leuchten dein Antlitz über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr! Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und sieh an unsere Trümmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Matthäus 7.8
Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Johannes 4.22-24
Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Johannes 4.23-24
Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Johannes 14.13-14
Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.
Römer 8.26
Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.
Römer 10.14
Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?
1. Johannes 5.14
Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.
Jakobus 1.6
Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, der gleicht einer Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird.
FRAGE 118
Was hat uns Gott befohlen, von ihm zu erbitten?
Alles, was geistlich und leiblich nötig ist, (Jakobus 1.17; Matthäus 6.33), wie es der Herr Christus zusammengefasst hat in dem Gebet, das Er uns selbst gelehrt hat.
Matthäus 6.33
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Jakobus 1.17
Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.
FRAGE 119
Wie lautet dieses Gebet?
»Unser Vater (Matthäus 6.9-13; Lukas 11.2-4), der du bist im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe auf der Erde wie im Himmel.
Unser täglich Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit;
Amen. «
Matthäus 6.9-13
Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]
Lukas 11.2-4
Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tag und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden. Und führe uns nicht in Versuchung.
FRAGE 120
Warum hat uns Christus befohlen, Gott so anzureden: »Unser Vater«?
Damit Er gleich im Anfang unseres Gebetes in uns die kindliche Ehrfurcht und Zuversicht gegenüber Gott erweckt, die Grundlage unseres Gebets sein soll; nämlich, dass Gott unser Vater durch Christus geworden ist und uns viel weniger verweigern will, worum wir Ihn im Glauben bitten, als unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen (Matthäus 7.9-11; Lukas 11.11-13).
Matthäus 7.9-11
Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
Lukas 11.11-13
Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!
FRAGE 121
Warum wird hinzugefügt: »Der du bist im Himmel«?
Damit wir von der himmlischen Majestät Gottes nicht irdisch denken (Jeremia 23.23-24; Apostelgeschichte 17.24-25 & 17.27) und von Seiner Allmacht alles, was für Leib und Seele nötig ist, erwarten (Römer 10.12).
Jeremia 23.23-24
Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt? spricht der HERR.
Apostelgeschichte 17.24-25
Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.
Apostelgeschichte 17.27
Damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.
Römer 10.12
Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.
FRAGE 122
Was ist die erste Bitte?
»Geheiligt werde dein Name« – Das heißt, gib uns erstens, dass wir Dich recht erkennen (Johannes 17.3; Matthäus 16.17; Jakobus 1.5; Psalm 119.105) und Dich in allen Deinen Werken, in denen leuchtet Deine Allmacht, Weisheit, Güte, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Wahrheit, heiligen, rühmen und preisen (Psalm 119.137; Römer 11.33-36). Danach auch, dass wir unser ganzes Leben, Gedanken, Worte und Werke dahin richten, dass Dein Name um unsertwillen nicht gelästert, sondern geehrt und gepriesen wird (Psalm 71.8 & 115.1).
Psalm 71.8
Lass meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein täglich.
Psalm 115.1
Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!
Psalm 119.105
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.
Psalm 119.137
HERR, du bist gerecht, und deine Urteile sind richtig.
Matthäus 16.17
Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Johannes 17.3
Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
Römer 11.33-36
O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?« (Jesaja 40.13) Oder »wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste?« (Hiob 41.3) Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.
Jakobus 1.5
Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden.
FRAGE 123
Was ist die zweite Bitte?
»Dein Reich komme« – Das heißt, regiere uns so durch Dein Wort und Deinen Geist, dass wir uns dir je länger, je mehr unterwerfen (Matthäus 6.33; Psalm 119.5 & 143.10); erhalte und mehre Deine Kirche (Psalm 51.20 & 122.6-9) und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich gegen Dich erhebt, und alle bösen Pläne, die gegen Dein heiliges Wort erdacht werden (1. Johannes 3.8; Römer 16.20), bis die Vollendung Deines Reiches kommt (Offenbarung 22.17 & 22.20; Römer 8.22-23), in dem Du alles in allen sein wirst (1. Korinther 15.28).
Psalm 51.20
Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.
Psalm 119.5
O dass mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte.
Psalm 122.6-9
Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.
Psalm 143.10
Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn.
Matthäus 6.33
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Römer 8.22-23
Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes.
Römer 16.20
Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!
1. Korinther 15.28
Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.
Johannes 3.8
Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
Offenbarung 22.17
Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.
Offenbarung 22.20
Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. - Amen, ja, komm, Herr Jesus!
FRAGE 124
Was ist die dritte Bitte?
»Dein Wille geschehe auf der Erde wie im Himmel« – Das heißt, verleihe, dass wir und alle Menschen unserem eigenen Willen absagen (Matthäus 16.24; Titus 2.12) und Deinem allein guten Willen ohne alles Widersprechen gehorchen (Lukas 22.42), so dass jedermann sein Amt und seine Berufung so willig und treu ausrichtet (1. Korinther 7.24) wie die Engel im Himmel (Psalm 103.20-21).
Psalm 103.20-21
Lobet den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes! Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!
Matthäus 16.24
Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
Lukas 22.42
... und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!
1. Korinther 7.24
Liebe Brüder, ein jeder bleibe vor Gott, worin er berufen ist.
Titus 2.12
Und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben ...
FRAGE 125
Was ist die vierte Bitte?
»Unser täglich Brot gib uns heute« – Das heißt, versorge uns mit allem leiblich Nötigen (Psalm 104.27-30 & 145.15-16; Matthäus 6.25-34), so dass wir dadurch erkennen, dass Du der einzige Ursprung alles Guten bist (Apostelgeschichte 14.17 & 17.27-28) und dass ohne Deinen Segen weder unsere Sorgen und Arbeit, noch Deine Gaben uns nützen (1. Korinther 15.58; 5. Mose 8.3; Psalm 37.3-7 & 37.16-17) und wir deshalb unser Vertrauen von allen Kreaturen abziehen und allein auf Dich setzen (Psalm 55.23 & 62.11).
5. Mose 8.3
Er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, das du und deine Väter nie gekannt hatten, auf dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN geht.
Psalm 37.3-7
Hoffe auf den HERRN und tu Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich. Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt.
Psalm 37.16-17
Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser. Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen, aber der HERR erhält die Gerechten.
Psalm 55.23
Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.
Psalm 62.11
Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran.
Psalm 104.27-30
Es warten alle auf dich, dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt. Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu die Gestalt der Erde.
Psalm 145.15-16
Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, nach deinem Wohlgefallen.
Matthäus 6.25-34
Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.
Apostelgeschichte 14.17
Und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
Apostelgeschichte 17.27-28
Damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.
1. Korinther 15.58
Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.
FRAGE 126
Was ist die fünfte Bitte?
»Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern« – Das heißt, rechne uns armen Sündern alle unsere Missetat, auch das Böse, das uns noch immer anhängt, um des Blutes Christi willen nicht an (Psalm 51.1-7 & 143.2; 1. Johannes 2.1-2), wie auch wir als Zeugnis Deiner Gnade in uns finden, dass unser ganzer Vorsatz ist, unserem Nächsten von Herzen zu verzeihen (Matthäus 6.14-15).
Psalm 51.1-7
EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, ALS DER PROPHET NATHAN ZU IHM KAM, NACHDEM ER ZU BATSEBA EINGEGANGEN WAR. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
Psalm 143.2
Und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.
Matthäus 6.14-15
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
1. Johannes 2.1-2
Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.
FRAGE 127
Was ist die sechste Bitte?
»Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen« – Das heißt, weil wir aus uns selbst so schwach sind, dass wir nicht einen Augenblick bestehen können (Johannes 15.5; Psalm 103.14), und dazu unsere Todfeinde, der Teufel (1. Petrus 5.8; Epheser 6.12), die Welt (Johannes 15.19) und unser eigenes Fleisch (Römer 7.23; Galater 5.17), nicht aufhören, uns anzufechten, darum erhalte und stärke uns durch die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir ihnen festen Widerstand leisten können und in diesem geistlichen Kampf nicht unterliegen (Matthäus 26.41; Markus 13.33), bis dass wir schließlich den völligen Sieg erlangen (1. Thessalonicher 3.13 & 5.23).
Psalm 103.14
Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind.
Matthäus 26.41
Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
Markus 13.33
Seht euch vor, wachet! denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.
Johannes 15.5
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Johannes 15.19
Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.
Römer 7.23
Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
Galater 5.17
Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, so dass ihr nicht tut, was ihr wollt.
Epheser 6.12
Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
1. Thessalonicher 3.13
Damit eure Herzen gestärkt werden und untadelig seien in Heiligkeit vor Gott, unserm Vater, wenn unser Herr Jesus kommt mit allen seinen Heiligen. Amen.
1. Thessalonicher 5.23
Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.
1. Petrus 5.8
Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.
FRAGE 128
Wie beschließt du dieses Gebet?
»Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit« – Das heißt, dies alles erbitten wir darum von Dir, weil Du, als unser König und aller Dinge mächtig, uns alles Gute geben willst und kannst (Römer 10.11-12; 2. Petrus 2.9) und dass dadurch nicht wir, sondern Dein heiliger Name ewig gepriesen werden soll (Johannes 14.13; Psalm 115.1).
Psalm 115.1
Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!
Johannes 14.13
Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.
Römer 10.11-12
Denn die Schrift spricht (Jesaja 28.16): »Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.« Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.
2. Petrus 2.9
Der Herr weiß die Frommen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber festzuhalten für den Tag des Gerichts, um sie zu strafen.
FRAGE 129
Was bedeutet das Wörtchen »Amen«?
»Amen« heißt, das soll wahr und gewiss sein; denn mein Gebet ist viel gewisser von Gott erhört, als ich in meinem Herzen fühle, dass ich dies alles von Ihm begehre (2. Korinther 1.20; 2. Timotheus 2.13).
2. Korinther 1.20
Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.
2. Timotheus 2.13
Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.